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Wildwasserkurs Vorderrhein



7./8. Mai 2011


Nachdem wir in Hüningen intensiv Kehrwasserfahren und den Umgang mit verschiedenen "Hindernissen" geübt hatten, sollte es gemäss Kursausschreibung an den folgenden Wochenenden auf die Obere Thur und Simme/Saane gehen. Da wir alle wussten, dass die Flüsse zu wenig Wasser führten, war ich nicht überrascht über Wilhelms Absage des Programms. Aber ich staunte nicht schlecht über das Alternativprogramm: Vorderrhein! Ich dachte, das ist doch nur was für Könner! Mir kamen Geschichten in den Sinn von wilden Kenterungen und schwarzen Löchern...

Tom und Wilhelm erklärten uns später, dass sie sich für den Vorderrhein entschieden hätten, weil dort ebenfalls Niedrigwasserstand herrsche, so dass sogar wir Neulinge uns darauf wagen dürften.

Am Samstag besammelten wir uns beim Bootshaus: Wilhelm, Tom, Fred, Monika, Camille, Alejandro, Sandra und ich. Wir waren eine gut betreute Kleinklasse. Mit einem Boxenstopp im Heidiland mit Stehimbiss waren wir bald in Reichenau, an der Ausbootsstelle. Dort zwängten wir uns in unsere Neos und dann in die Autos und fuhren zur Einbootsstelle nach Versam.

Bevor es aufs Wasser ging, schalteten Tom und Wilhelm für uns einen interessanten Theorieblock ein. Im Ufersand wurde ein Flussmodell mit Mäandern und Steinen dargestellt. Wir lernten das Wasser zu lesen. Ich fand es spannend, wie gesetzmässig sich die Strömung verhält, wie das Wasser zum Beispiel an einer Felswand vorbeifliesst und seine logische Fortsetzung findet.

Auf dem Wasser bildeten wir einen Tatzelwurm mit Tom voraus. Ich konzentrierte mich sehr auf Toms Spur. Wir kamen zu einer Felswand. Das Wasser strömte darauf zu, wir auch. Ich vertraute darauf, dass die Strömung der Wand entlang wieder weg fliessen würde, bevor ich an den Felsen prallte. Es funktionierte.

Bei einem Kehrwasser, das aber eigentlich keines war, kenterte ich. Unter Wasser büschelte ich mein Paddel für die Rolle, aber ich fiel aus dem Boot heraus! Ich war enttäuscht, dass ich die Rolle nach dem winterlichen Hallenbadtraining nicht geschafft hatte. Ich beschloss, den Sitz enger zu stellen, damit ich nicht nochmals rausfalle. Alle Paddelschüler kenterten am ersten Tag einmal. Alejandro gelang dabei als einziger die Rolle.

Der Vorderrhein bot viel Abwechslung: Steine zum Surfen oder Umarmen, Wellen, die mir bis zur Nase reichten, Walzen, die ich entweder mied oder einfach darüber hinwegpreschte, ohne sie zu bemerken, und ruhige Strömung. Ich genoss die sensationelle Landschaft der Rheinschlucht, die auch ihre Gefahren zeigte. Grössere Steine fielen direkt vor uns ins Wasser. Man trägt also Helme nicht nur wegen der Steine unter Wasser, sondern auch wegen Steinen von oben!

Mit der Zeit wurde ich mutiger und folgte nicht mehr genau der Spur meines Vordermanns. Einmal scherte ich aus der Hauptströmung aus, weil ich es etwas ruhiger wünschte. Von wegen Ruhe! Der Bauch meines Bootes streifte am Boden entlang, dass ich ums Gleichgewicht kämpfte. Endlich wieder tieferes Wasser! Die anderen höhnten:"Häsch welle abschliiche?!"

Karin Graf



Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz Carrera, ein kleiner, wunderschön gelegener Platz mit Aussicht in die Rheinschlucht. Tom bekochte uns mit Nudeln an einer leckeren Parmesan-Rahmsauce. Nach ein paar Gläschen Wein und munterem Austausch über das Erlebte auf dem Wasser klang der erste Tag langsam aus und nach und nach verschwand einer nach dem anderen in seinem Zelt, bzw. Auto. Morgens um 07:00 Uhr herrschte dann schon wieder munteres Treiben und nach einem ausgiebigen Frühstück ging es gestärkt zu unserem 2ten Abenteuer "Vorderrhrein".

Schon nach kurzer Fahrt entschied Tom, die Kiesbank, die wir tags zuvor links umfahren hatten, heute auf der etwas wilderen rechten Seite anzusteuern. Dem nicht genug, wählte er dort ein recht unruhiges Kehrwasser, in das ihm natürlich alle brav folgten. Monika hatte als Letzte schlechte Karten und kenterte, wollte uns Anfänger nicht auch noch gefährden und stieg aus. Das war ein adrenalinreicher Start für mich und ich brauchte danach erst mal eine ruhigere Weiterfahrt, fühlte sich doch plötzlich alles so kippelig und unsicher an. Nun durften alle, dank mir, erst mal auf der "Chickenline" weiterfahren. :-) :-) Ich war schon sehr froh, als die Anspannung wieder dem Spass Platz machte und die Sicherheit zurückkehrte. Eeeendlich gings also wieder mehr zur Sache.....

Mit meinem wieder neu gewonnenen Mut, traute ich mich auch schwierigere Manöver auszuprobieren, was auch an diesem zweiten Tag ein Kentern zur Folge hatte. Dabei erging es mir ähnlich wie Karin, auch ich rutschte mit einem Knie aus dem Boot, mir blieb nur der Ausstieg ins empfindlich kalte Wasser. Aber Hilfe war wie immer schnell zur Stelle. Wilhelm übernahm mein Boot und Fred schleppte mich mit seinem ans Ufer ab. Spannenderweise machte mir das gar nichts aus, einzig die Kontaktierung meines Hinterteils mit einem Stein war ein wenig unangenehm.

An der Ausbootsstelle versuchten wir uns dann noch im Retten. Der erste Sprung Wilhelms in die Fluten zeigte deutlich mein Unvermögen, den Wurfsack treffsicher zu werfen. Keine Chance für Wilhelm, das Seil zu fassen zu bekommen. Die anderen reagierten sehr schnell, jedoch auch der nächste Wurf verfehlte unseren Schwimmer. Er konnte erst das Seil des dritten Werfers ergreifen und wurde endlich aus dem kalten Wasser befreit. Noch einige freiwillige Sprünge ins kalte Nass folgten, so dass jeder von uns sein Erfolgserlebnis in Sachen Rettung mit Wurfsack verbuchen konnte.

Sandra Studinger



P.S. Wir haben an diesem Wochenende dank der sehr kompetenten und engagierten Leitung durch Tom, Wilhelm und Fred sehr viel gelernt und es bleibt EIN UNVERGESSLICHES ERLEBNIS!



und hier die Bilder...

     



Letzte Aktualisierung:
16.Dez.2018, 17:00 Uhr


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