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Der Inn – König der Alpenflüsse



       


Pfingstwochenende der Tourengruppe auf dem Inn, 17.–20.Mai.2013

Bereits am Dienstag laden wir den Anhänger mit Booten und Campingausrüstung, damit Wilhelm und Fred vor dem Pfingststau ins Engadin fahren können.

Am Freitagabend ist unsere Gruppe auf dem Campingplatz Sur-En komplett: Gerhard, Claudia, Hans, Tom, Ursi, Monika, Alex, Fred, Wilhelm und ich (Karin). Alle Zelte sind aufgestellt, wir haben alle einen Sitzplatz und ein Bier in der Hand, Salznüssli machen die Runde. Gelassen blinzeln wir in die Abendsonne und sind gespannt auf den kommenden Tag auf dem Wasser.

Die Nacht ist ziemlich kühl, aber jeder sorgt dafür, dass er im Zelt nicht frieren muss. Die einen trotzen der Kälte mit Wollpullover, Thermounterwäsche, Mütze, Bettflasche und Wolldecke über dem Schlafsack, andere sind mit einem Ofen (!) im Zelt ausgerüstet.


Zernez-Strecke 12,7 km, WW I-II-III

Lustiges, spritziges Wildwasser mit schönen Schwallstrecken und vielen Kehrwässern. Wir tummeln uns von einem Kehrwasser ins andere. Einer fährt hinein und ist gleich wieder weg, bevor der nächste einfährt. Zum Teil ist der Wasserstand so niedrig, dass unsere Boote über den Kies schrammen. Gerne hätte ich mal gerollt, damit ich das richtige Feeling fürs Wildwasser bekomme, aber wenn ich mit dem Paddel im Wasser stochere, stosse ich gleich auf den Grund. Also nichts mit Rollen.

Am späteren Nachmittag kommen wir zum Ausstieg in Susch. Für die meisten ist es genug für heute. Aber die Cracks: Gerhard, Tom, Hans und Wilhelm durchqueren noch die anspruchsvolle Giarsun-Schlucht, aus der es kein Zurück gibt, wenn man drin ist!

Am Abend kochen wir zusammen im Clubzelt, das unsere Gemeinschaftsküche aus vielen Kochstellen bestehend, beherbergt. Es ist eher ein Synchronkochen.


Scuol-Strecke und Alternativprogramm

Heute regnet es in Strömen. Wir besammeln uns zur Programmbesprechung im Clubzelt – ohne Seitenwände. Das Wetter kostet Überwindung, auf den Bach zu gehen. Einige entscheiden sich trotzdem dafür, denn nass wird man beim Paddeln ohnehin. Andere bevorzugen die Softie-Variante: das Thermalbad in Scuol. Zu denen gehöre ich. Zwar wird man da auch nass, aber es ist warm!


Scuol-Strecke 8,5 km, WW II-III-IV

Blauer Himmel mit freundlichen Wolken. Wir sind unternehmungslustig. Die Scuol-Strecke bietet zwei Einstiegsstellen. Einige von uns steigen weiter oben ein, um die beiden IVer-Katarakte in Angriff zu nehmen. Andere ziehen es vor, unterhalb zu warten, staunen und zu fotografieren.

Bevor es für alle zur Sache geht, erfolgt durch Gerhard ein Briefing. Er bestimmt die Formation der Gruppe: Tom wird vorausgeschickt, Gerhard in der Mitte, Hans und Wilhelm hinten. Dazwischen werden die weniger Erfahrenen platziert. Welches sind wohl die Überlegungen, die zu dieser Reihenfolge geführt haben? Vielleicht so: Der Mutige (oder der mit dem grössten Schiff?) zuvorderst, der Retter in der Mitte, die Beobachter hinten.

Ich liebe die lauten Schwälle, wenn es spritzt und man für kurze Zeit nur weiss sieht. Manchmal hüpft mein leichtes Boot so heftig, dass ich mit einer Kenterung rechne. Also klemme ich meine Knie fest und halte mich für die Rolle bereit. Als es noch heftiger wird, setze ich die Nasenklammer auf. Tatsächlich bin ich im nächsten Moment kopfunter. Das Wasser ist auch unter der Wasseroberfläche weiss und sprudelnd, aber in gedämpfter Lautstärke. Ich höre die Kieselsteine am Boden entlang wirbeln. Und schon bin ich wieder oben an der lauten Wasseroberfläche und paddle ins nächste Kehrwasser.

Beim letzten grösseren Steingarten schaffe ich die Rolle nicht. Das Wasser ist zu schäumend. Das Paddel trifft auf keinen Widerstand. Ich öffne die Spritzdecke und schwimme. Das heisst, es schwemmt mich einfach weiter. Ich bemühe mich, die Füsse vorn und oben zu halten, mich so vor Steinen zu schützen. Vor mir sehe ich ein Loch und unterhalb wartet bereits Gerhard, der mir das Heck seines Bootes anbietet und mich zum Ufer abschleppt. Tom und Hans haben bereits mein führerloses Boot gefischt. Toll, wie schnell alle richtig reagiert haben.

Danach kommt der letzte Höhepunkt, ein IVer-Katarakt, der das Wildwasserherz höher schlagen lässt und Hans sogar einen Freuden-Juchzer entlockt. Natürlich ist diese Stelle den Könnern vorbehalten. Die anderen säumen dafür mit Wurfsäcken das Ufer. Es muss aber keiner geworfen werden.


Für mich war es eine tolle Erfahrung mit viel Spass. Alles war top organisiert und trotzdem konnten wir spontan auf Unvorhergesehenes umstellen. Ich finde es grossartig, dass diejenigen, die viel Erfahrung auf dem Wildwasser haben und die Technik meisterhaft beherrschen, von ihrem Können etwas weitergeben. So konnte ich zum ersten Mal einen wuchtigen WW III-Fluss befahren und damit eigene Grenzen erweitern.

Herzlichen Dank allen!
Karin Graf





Letzte Aktualisierung:
13.Aug.2018, 15:00 Uhr


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